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Die Feuerwehr und ihr Multitalent für heikle Jobs



BTMV stellt Garage im Bürgerzentrum für Übung mit Löschunterstützungsfahrzeug zur Verfügung

 

Feuer in der Tiefgarage. Große Hitze, nachtschwarzer Rauch. Ein Schreckensszenario – auch für jeden Feuerwehrmann. Indes, für die Bruchsaler Feuerwehr holt künftig ein roter Roboter sozusagen die Kastanien aus dem Feuer. Das Multitalent für solche heiklen Jobs heißt Löschunterstützungsfahrzeug LUF 60 und ist ein fernsteuerbares Fahrzeug mit Kettenantrieb und Hochleistungslüfter. Am Sonntag, 5. März, wird es von der Feuerwehr Bruchsal erstmals in der Parkgarage des Bürgerzentrums Bruchsal unter Einsatzbedingungen getestet. Weshalb die Garage den ganzen Sonntag für die Öffentlichkeit gesperrt bleibt.

 

„Das LUF ist für schwierige Situationen in Tiefgaragen, Tunneln und Lagerhallen gedacht“, sagt der Bruchsaler Abteilungskommandant Martin Schleicher. „Für Situationen, die für Einsatzkräfte schwer zu beherrschen sind, weil große Hitze oder eine extreme Sichtbehinderung durch Rauch herrscht.“ Deshalb sei es wichtig, mit dem LUF auch an solchen Orten und unter realen Bedingungen zu üben. „Nur dann wissen wir genau, wie wir das Gerät im Ernstfall effizient einsetzen müssen.“

 

Um möglichst realistische Voraussetzungen zu haben, werde mit einer Nebelmaschine eine verrauchte Parkgarage simuliert. Und dann schlägt die Stunde des LUF und seiner enormen Lüftungsleistung: Pro Stunde bewegt der Roboter 90.000 Kubikmeter Luft, was bei Bränden in Tiefgaragen und Tunneln lebensrettend sein kann. „In stark verrauchten Tiefgaragen sind Einsätze oft sehr problematisch und anspruchsvoll“, sagt Schleicher. Werde aber die Garage durch das LUF schnell entraucht, können sich auch die Feuerwehrfrauen und –männer wesentlich schneller orientieren und Hilfe leisten.

 

Außerdem ist das Spezialfahrzeug in der Lage, einen über 50 Meter langen Wassernebel aufzubauen und damit die Umgebung zu kühlen. Bei einem Tiefgaragenbrand entwickle sich eine extrem hohe Hitze, die den Stahlbeton stark beanspruche. „Der Wassernebel sorgt indes dafür, dass der Beton gekühlt wird und das Bauwerk stabil bleibt“, so Schleicher. Last but not least lässt sich das LUF auf Sichtweite fernsteuern, so dass gerade bei Chemieunfällen die Feuerwehrleute erst einmal außerhalb des direkten Gefahrenbereichs bleiben können.

 

Keine Frage: Die vielen Einsatzmöglichkeiten des LUF bringen nicht nur den Nutzern der Parkgarage, sondern der Bevölkerung an sich noch mehr Sicherheit. Und die Frauen und Männer der Freiwilligen Feuerwehr Bruchsal investieren am Sonntag ihre Freizeit, um für die Einsätze mit dem LUF fit zu sein. „Für diese Übung stellen wir unsere Garage sehr gerne zur Verfügung“, sagt die Geschäftsführerin der Bruchsaler Tourismus, Marketing und Veranstaltungs GmbH Birgt Kling. „Davon profitieren im Ernstfall alle.“